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Hautschutz aus Pflanzen

Pflanzen wie Sanddorn, Ringelblume und Kamille besitzen kostbare Inhaltsstoffe für den Schutz und die Pflege unserer Körperhülle in der warmen Jahreszeit. Die Kräfte der Natur können wir für die Zubereitung von Sonnencremes und beruhigenden Lotionen nutzen.

 
Der Sommer steht vor der Tür und allein schon der Gedanke an die vielen schönen Stunden, die man in den kommenden Wochen im Freien verbringen kann, macht gute Laune. Ein verlässlicher Schutz vor der schädlichen UV-Strahlung ist dann enorm wichtig. Kaum jemand weiß allerdings, dass man Sonnencremes selbst herstellen kann – genauso wie beruhigende Lotionen und entzündungshemmende Öle für die Pflege der Haut nach dem Sonnenbad. Diese Produkte aus der heimischen Salbenküche sind frei von chemischen Zusätzen, Parfums und Konservierungsstoffen, die ein Auslöser für allergische Reaktionen sein können.

Leichter Sonnenschutz
„Viele Öle, beispielsweise Jojoba-, Sonnenblumen-, Erdnuss- oder Avocadoöl, besitzen von Natur aus einen leichten Sonnenschutzfaktor von etwa drei bis vier“, erklärt die Phytotherapeutin Ursula Schauer, die vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Johannes im Biosphärenreservat Nordvogesen–Pfälzerwald im Elsass die Kräuterschule Wildwiese gegründet hat. Dort bietet die Natur- und Landschaftsführerin neben Kursen, in denen Naturkosmetik und -seifen hergestellt werden, auch kulinarische und heilpflanzenkundliche Kräuterwanderungen an.

Als Zusatz bevorzugt sie bei der Zubereitung eines leichten Sonnenschutzes das orangerote Öl, das aus den Früchten des Sanddornstrauchs gewonnen wird. Die Expertin: „Dieses Öl wirkt entzündungshemmend und regt gleichzeitig den Stoffwechsel sowie die Neubildung der Hautzellen an. Ich empfehle zusätzlich, zwei Wochen vor dem Sommer-urlaub jeden Tag dreimal zehn Tropfen davon einzunehmen, um die Haut auf die Sonne vorzubereiten.“

Einen höheren Lichtschutzfaktor erreicht man mit einem mineralischen Filter, der in die cremige oder ölhaltige Basis eingearbeitet wird. Tegomuls und Fluid Lecithin Super dienen dabei als natürliche Emulgatoren, ohne die sich Fett und Wasser nicht verbinden können. Beides ist in jedem Laden erhältlich, der kosmetische Rohstoffe anbietet.

Mit seinen stark rückfettenden Eigenschaften bewahrt Fluid Lecithin Super darüber hinaus die Haut vor dem Austrocknen. Eine gute Alternative zu dem in unserem Rezept beigefügten Sanddornfruchtfleischöl ist ein Feuchtigkeit spendender und entzündungshemmender Aloe-vera-Auszug, der auch die Neubildung der Hautzellen fördert. Durch das ebenfalls eingearbeitete Vitamin E wird verhindert, dass die Mixtur zu schnell ranzig wird.

Im Kühlschrank lagern
Länger als drei bis vier Wochen sollte die Sonnencreme trotzdem nicht verwendet werden. Am besten füllt man sie wie jede selbst gemachte Naturkosmetik in mehrere kleine Tiegel ab und lagert sie im Kühlschrank. So wird nur das Töpfchen, das gerade im Gebrauch ist, beim Wandern oder Baden höheren Temperaturen ausgesetzt.

„Man kann die Produkte aber sehr gut durch die Zugabe von konservierenden Stoffen länger haltbar machen“, so Ursula Schauer. „Geeignet ist dafür beispielsweise reiner Alkohol, den die normale und gesunde Haut in der Regel gut verträgt.“ Der Alkohol, der in der Apotheke erhältlich ist, wird im Anteil von etwa zwölf Prozent dazugemischt.

Immer wieder cremen
Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen – die Haut langsam an längere Sonnenbestrahlung gewöhnen, sich nicht zu lang der Strahlung aussetzen und zwischen 11 und 15 Uhr lieber im Schatten bleiben – gelten auch beim selbst gemachten UV-Schutz. Er wird rechtzeitig aufgetragen, bevor man ins Freie geht, und muss regelmäßig erneuert werden – vor allem nach dem Schwimmen und bei starkem Schwitzen.

Nach dem Sonnenbad braucht die strapazierte Haut eine besondere Pflege. „Zum Duschen eignet sich ein sanftes Waschgel mit entzündungshemmender Schafgarbe oder Kamille und danach sollte die Haut mit einer beruhigenden und Feuchtigkeit spendenden Lotion versorgt werden“, rät die Naturführerin. Bewährt hat sich hier eine Zutat aus dem Gemüsegarten: die Karotte.

In einem After-Sun-Öl nähren und regenerieren ihre wertvollen Wirkstoffe die Körperhülle, ebenso entfalten sie in der Rohkost ihre Kraft. Die Pflanzenheilkundlerin: „Karotten enthalten den Farbstoff Lycopin und Beta-Carotin, zwei Substanzen, die die Pflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen. Im Körper wird Carotin zu Vitamin A umgewandelt und das ist in der Lage, der Zellalterung und dem Austrocknen der Haut vorzubeugen.“

Auch bei der Linderung eines Sonnenbrands bietet die Natur ihre Hilfe an. Eine Auflage mit Quark oder einer gerbstoffhaltigen Eichenrinden- oder Spitzwegerich-Tinktur, die im Verhältnis eins zu zehn mit Wasser verdünnt wurde, zieht die Hitze aus dem Körper und mindert den Juckreiz. Außerdem empfiehlt Ursula Schauer, entzündungswidrige Heilkräutertees kalt zu trinken, etwa schwarzen oder grünen Tee, Kamillen- oder Pfefferminztee.

Von Angelika Krause
Hautschutz aus Pflanzen - Fotos: Peter Raider
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