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Gesund ins neue Jahr

Jedes Lebensalter braucht eine eigene Medizin, auch während der Grippezeit. Anna Holzer erklärt uns in ihrer Heimat Osttirol Rezepte und Wirkstoffe für drei Generationen.
 
© Landidee
Die Luft ist glasklar hier oben auf 1500 Metern in den Osttiroler Bergen. Seit 33 Jahren betreibt Anna Holzer hier mit ihrer Familie das Kräuterwirtshaus Strumerhof. Begonnen hat die Kräuterfachfrau als Autodidaktin, ihr Kräuterwissen erwarb sie anfangs durch Selbstversuche: „Es gab kaum Bücher über die Kräuter Osttirols. Oft habe ich Zettel geschrieben, auf denen stand, was ich heute gegessen habe. Falls mir etwas passiert wäre, hätte man gewusst, welches Kraut sich als giftig erwiesen hat“, lacht sie. Inzwischen gibt Anna Holzer auch Kräuterkurse, unter anderem zum Thema alte Hausmittel, die sie für mehrere Lebensphasen neu interpretiert: „Jedes Lebensalter hat seine eigenen Kräuter. Es gibt Heilmittel, die bei Menschen über 50 besser anschlagen, andere hingegen können für Babys, die auf alle Reize viel intensiver reagieren, gefährlich sein, für Erwachsene aber sind sie eine Wohltat.“

Kräuter für drei Lebensphasen
Beispiel Pfefferminze: Die ätherischen Öle des beliebten Heilkrautes können bei Kindern unter zwei Jahren sogar Pseudokrupp auslösen. „Senioren wiederum bekommen im Laufe der Zeit eine dünnere, empfindlichere Haut und einen verlangsamten Stoffwechsel. Starke Kräuter können daher reizend wirken, kalte Wickel eher schaden als nutzen.“ Auch schwächt die Appetitlosigkeit des Alters das Immunsystem. Hier helfen Bitterstoffe, die von Senioren oft als angenehm empfunden werden. Eines aber haben alle Lebensphasen gemeinsam: „Das liebevolle Kümmern um einen Kranken, Zuwendung und Berührung stärken die Gesundheit – in jedem Alter.“

Erkältungstinktur

Grundrezept: Zutaten:
Alkohol
Kräuter

Zubereitung:
Ein weites Schraubglas zu ¾ mit den Drogen (so nennt man Kräuter allgemein) füllen, mit 60%igem Alkohol aufgießen, sodass das Glas fast voll ist, und 3 Wochen stehen lassen. Täglich schütteln. Dann in eine Tropfflasche abfüllen. Auch für ältere Kinder, die schon gurgeln können, wird eine Tinktur in Alkohol gelöst. Man gibt ihnen allerdings höchstens einmal täglich 1–2 Tropfen ins Gurgelwasser. Auch der passende Tee kann gegurgelt werden


Die Wirkstoffe aus den Heilkräutern gehen beim Auszug in das Öl über. Dieses bildet dann die Basis für die drei verschiedenen Salben. In diesem Fall kann die Kindersalbe auch von Senioren und Erwachsenen genutzt werden, nicht aber umgekehrt.

Heiltee

Grundrezept: Zutaten:
Wasser
Kräuter (s. u.)

Zubereitung:
Wenn nicht anders angegeben,je 1 Teil der genannten getrockneten Kräuter mischen. 1 TL pro Tasse lautet die Faustregel, das bedeutet ca. 2–3 EL auf einen Liter. Aufgießen, zudecken und mindestens 5 Min. ziehen lassen.
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